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Krankheitsbedingte Arbeitsunfähigkeit (7 min)

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Krankheitsbedingte Arbeitsunfähigkeit (7 min)

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Krankheitsbedingte Arbeitsunfähigkeit

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Unterschied von Arbeitsunfähigkeit und Krankheit

Immer wieder kann es passieren, dass ein Arbeitnehmer arbeitsunfähig erkrankt\. Schauen wir uns einmal an, was dabei genau in der Entgeltabrechnung zu beachten ist :

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Arbeitsunfähigkeit
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Arbeitsunfähigkeit bezeichnet den Zustand, in dem ein Arbeitnehmer aufgrund persönlicher Einschränkungen nicht in der Lage ist, seine vertraglich vereinbarte Arbeit auszuführen\. Card Front Image
Krankheit
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Eine Krankheit ist ein gesundheitlicher Zustand, der von normalen körperlichen oder geistigen Funktionen abweicht und oft durch Symptome oder Beschwerden gekennzeichnet ist\.

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Krankheitsbedingte Arbeitsunfähigkeit
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Arbeitsunfähige Erkrankung bedeutet, dass ein Arbeitnehmer seine vertraglich vereinbarte Arbeit nicht ausführen kann, weil eine gesundheitliche Beeinträchtigung dies verhindert oder eine Verschlechterung des Gesundheitszustands droht\. Image

Nur ärztliches Fachpersonal darf eine krankheitsbedingte Arbeitsunfähigkeit feststellen und bescheinigen\.

Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall

Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall bezeichnet die gesetzlich geregelte Fortzahlung des Arbeitsentgelts, obwohl der Arbeitnehmer aufgrund von krankheitsbedingter Arbeitsunfähigkeit seine vertraglich vereinbarte Arbeitsleistung nicht erfüllen kann\.

Anspruch

Anspruchsberechtigt für die Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall sind alle Arbeitnehmer, Angestellten und Auszubildenden, einschließlich Teilzeit\- und geringfügig Beschäftigter, sowie kurzfristig Beschäftigte, unabhängig von der Sozialversicherungspflicht ihres Beschäftigungsverhältnisses\. Voraussetzung ist lediglich das Bestehen eines vertraglichen Arbeitsverhältnisses in der Bundesrepublik Deutschland\.

Dauer

Der Anspruch auf Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall beträgt gesetzlich längstens 42 Kalendertage / 6 Wochen\. Dieser kann durch kollektiv\- oder einzelvertragliche Regelungen verlängert, jedoch nicht verkürzt werden\.

Für die Berechnung der Dauer ist Folgendes zu beachten:

  • tritt die Arbeitsunfähigkeit während oder nach der Arbeit ein, ist dieser Tag nicht mitzuzählen
  • tritt die Arbeitsunfähigkeit vor Arbeitsbeginn ein, wird dieser Tag mitgezählt
  • ruht das Arbeitsverhältnis, z\. B\. durch Elternzeit oder unbezahlten Urlaub, zu Beginn der Arbeitsunfähigkeit tritt die Frist nach Beendigung der Unterbrechung ein\.

Erkrankt der Arbeitnehmer infolge einer neuen Krankheit, sind die beiden folgenden Szenarien zu beachten:

  • jede neue Erkrankung führt generell zu einem neuen Entgeltfortzahlungsanspruch von 6 Wochen
  • tritt während einer Arbeitsunfähigkeit eine weitere Erkrankung hinzu, verlängert sich der Entgeltfortzahlungsanspruch nicht\.

Höhe

Während der Entgeltfortzahlung gilt das Lohnausfallprinzip, das sicherstellt, dass Beschäftigte das Entgelt erhalten, das sie auch bei Arbeitsfähigkeit erzielt hätten\.

Dazu gehören unter anderem die folgenden Vergütungen:

  • Lohn und Gehalt
  • Provisionen, die ohne Arbeitsunfähigkeit erzielt worden wären,
  • vermögenswirksame Leistungen
  • Sachbezüge
  • Zuschläge für Sonntags\-, Nacht\- und Feiertagsarbeit
  • Gefahren\- und Erschwerniszulagen
  • Verdiensterhöhungen oder Tariferhöhungen, die während der Arbeitsunfähigkeit stattfinden

Die Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall ist als laufendes Entgelt zu betrachten und damit steuer\- und sozialversicherungspflichtig\.

Zuschläge für Sonntags\-, Nacht\- und Feiertagsarbeit sind steuer\- und sozialversicherungspflichtig zu zahlen, da sie nicht für die tatsächlich geleistete Arbeit gezahlt werden\.

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Um Anspruch auf Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall zu haben, muss die sogenannte Wartezeit erfüllt sein\. Diese Regelung besagt, dass das Arbeitsverhältnis ununterbrochen für mindestens vier Wochen \(28 Kalendertage\) bestehen muss\. Dabei ist allein das Bestehen des Arbeitsverhältnisses entscheidend – ob der Arbeitnehmer tatsächlich gearbeitet hat, spielt keine Rolle\.

Die Frist beginnt mit dem ersten Tag des Arbeitsverhältnisses\.

Konstantin und Karla sind seit dem 01\. Juli bei Planeta beschäftigt\. Am 20\. Juli erkrankt Konstantin und am 10\. August Karla arbeitsunfähig\.

###

Welche der Aussagen stimmt?

Eine richtige Antwort\.

Single Choice Question

Options:

  • [ ] Konstantin hat Anspruch auf Entgeltfortzahlung
  • [ ] Beide haben Anspruch auf Entgeltfortzahlung
  • [x] Nur Karla hat Anspruch auf Entgeltfortzahlung

Einreichen

Info: ### Pass bitte genau auf Correct: ### Richtig\!

Diese Aussage stimmt\. Karla erkrankt erst außerhalb der Wartezeit\. Diese gilt für beide Arbeitnehmende vom 01\. bis 28\. Juli

Incorrect: ### Falsch

Die Wartezeit gilt für beide Arbeitnehmer vom 01\.07\. bis 28\.07\. 

  • Karla erkrankt erst nach der Wartezeit arbeitsunfähig und hat demnach vollen Anspruch auf Entgeltfortzahlung\.
  • Konstantin erkrankt innerhalb der Wartezeit\. Der Anspruch auf Entgeltfortzahlung startet erst ab dem 29\.07\. Für die Zeit vom 20\.07\. bis 28\.07\. hat er Anspruch auf Krankengeldzahlung durch die Krankenkasse\.

Während der Wartezeit zahlt in der Regel die Krankenkasse Krankengeld\. Dauert die Arbeitsunfähigkeit darüber hinaus an, übernimmt der Arbeitgeber ab der 5\. Woche die Entgeltfortzahlung für 6 Wochen\. Das gilt auch für Arbeitsverhältnisse, wenn die Arbeitsunfähigkeit bereits vor Beginn der Beschäftigung oder Vertragsabschluss bestand\.

Ein neues Arbeitsverhältnis oder ein Statuswechsel \(z\. B\. von Auszubildenden zu Festangestellten\) löst keine neue Wartezeit aus\.

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Arbeitgeber können aufgrund von kollektiv\- oder einzelvertraglichen Regelungen auch während der Wartezeit Entgeltfortzahlung leisten\.

Norman writing notes at work

Norman ist am 01\. April bei Planeta eingetreten\. Er erkrankt arbeitsunfähig innerhalb der Wartezeit vom 07\. bis 11\. April\. Planeta zahlt innerhalb der Wartezeit keine Entgeltfortzahlung\.

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Wiederholtes Auftreten von Arbeitsunfähigkeiten

Kommt es zu einer erneuten Arbeitsunfähigkeit aufgrund derselben Krankheit, ist die Entgeltfortzahlung auf maximal sechs Wochen begrenzt\. Eine Krankheit wird als dieselbe angesehen, wenn die erneute Erkrankung auf dem gleichen Grundleiden basiert oder in engem Zusammenhang damit steht\.

Ein neuer Anspruch auf Entgeltfortzahlung für sechs Wochen entsteht jedoch, wenn:

  • Zwischen den zwei Arbeitsunfähigkeiten wegen derselben Krankheit mindestens sechs Monate liegen\.
  • Seit Beginn der ersten Arbeitsunfähigkeit infolge derselben Krankheit mindestens zwölf Monate vergangen sind\.
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    Da der Arbeitgeber keine Einsicht in die Diagnosen des Arbeitnehmers hat, erfolgt die Prüfung über die Krankenkassen\. Der Arbeitgeber kann über eine Vorerkrankungsanfrage \(EEL 41\) um Auskunft bitten, ob die Zeiträume miteinander in Verbindung stehen\.

    A picture of fernanda

    Fernanda war in den vergangenen Monaten häufig erkrankt\. Linda möchte gern prüfen, ob die Krankheitszeiträume in einem Zusammenhang stehen und ob Fernanda weiterhin Anspruch auf Entgeltfortzahlung hat\. Dazu muss sie eine Vorerkrankungsanfrage an die zuständige Krankenkasse senden\.

    • Erste Erkrankung vom 06\. bis 17\. Januar \(12 Tage\)
    • Zweite Erkrankung vom 03\. bis 07\. Februar \(5 Tage\)
    • Dritte Erkrankung vom 24\. Februar bis 07\. März \(12 Tage\)
    • Vierte Erkrankung vom 01\. bis 04\. April \(4 Tage\)

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    Der Vordruck für eine Vorerkrankunganfrage wird von Personio automatisch im Meldewesen unter Lohnbuchhaltung bereitgestellt sobald 30 Krankheitstage innerhalb von 6 Monaten vorliegen\.

    Elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung \(eAU\)

    Die ärztliche Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung \(AU\) dient als gesetzlicher Nachweis für die Arbeitsunfähigkeit eines Arbeitnehmers\. Seit dem 01\.10\.2021 wird die AU\-Bescheinigung schrittweise digitalisiert und durch die elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung \(eAU\) ersetzt\.

    Die eAU wird direkt über das Verfahren Datenaustausch elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung \(DTA eAU\) an die Krankenkasse und den Arbeitgeber übermittelt, wodurch die Papierform entfällt\.

    Durch die eAU entfällt die Nachweispflicht für den Arbeitnehmer größtenteils, dennoch bleibt er im Rahmen der Anzeigepflicht verpflichtet, den Arbeitgeber unverzüglich über die Arbeitsunfähigkeit und deren voraussichtliche Dauer zu informieren\. Die Form der Mitteilung spielt dabei keine Rolle\.

    Bleibt der Nachweis aus, kann der Arbeitgeber die Entgeltfortzahlung verweigern, es sei denn, der Arbeitnehmer ist nachweislich nicht für die Verzögerung verantwortlich\.

    Krankengeld

    Anspruch

    Anspruch auf Krankengeld haben grundsätzlich alle gesetzlich krankenversicherten Personen, wenn sie arbeitsunfähig erkrankt sind und keinen Anspruch auf Entgeltfortzahlung mehr haben\.

    Privatversicherte hingegen erhalten kein Krankengeld von der gesetzlichen Krankenversicherung, sondern beziehen in der Regel Krankentagegeld von ihrer Privatversicherung

    Dauer

    Die Zahlung von Krankengeld einschließlich Entgeltfortzahlung durch den Arbeitgeber ist auf 78 Wochen innerhalb von drei Jahren beschränkt\. 

    Ist der Arbeitnehmer länger als 78 Wochen erkrankt, erfolgt die sogenannte Aussteuerung\. Durch die Nahtlosigkeitsregelung hat der Arbeitnehmer Anspruch auf Erwerbsminderungsrente oder Arbeitslosengeld\.

    Höhe

    Das Krankengeld beträgt 70 % des regelmäßig erzielten Bruttoarbeitsentgelts bis zur Beitragsbemessungsgrenze, jedoch nicht mehr als 90 % des letzten Nettoarbeitsentgelts\.

    A picture of Jasmin

    Jasmin ist seit dem 03\. März arbeitsunfähig erkrankt\. Die Entgeltfortzahlung endet am 13\. April\. Linda muss die Abwesenheit entsprechend in Personio hinterlegen und bestätigen, dass die Entgeltfortzahlung endet und das Gehalt gekürzt wird\.

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    Meldungen

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    Erstattung nach dem Aufwandsausgleich\-gesetz \(AAG\)
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    Unternehmen mit weniger als 30 Mitarbeitern nehmen am U1\-Umlageverfahren teil\. Dabei werden dem Arbeitgeber über die AAG\-Meldung die Kosten erstattet, die er aufgrund von Arbeitsunfähigkeit seiner Mitarbeiter zu tragen hatte\.

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    Entgeltersatzleistung \(EEL\)
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    Die EEL Meldung muss für gesetzlich Versicherte zur Berechnung der Höhe des Krankengeldanspruchs an die zuständige Krankenkasse erfolgen\. Personio erstellt den Vordruck automatisch im Bereich Lohnbuchhaltung unter Meldewesen\.

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    DEÜV Meldung
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    Dauert die Unterbrechung des Arbeitsverhältnisses mindestens einen vollen Kalendermonat an und wird anschließend Krankengeld bezogen, muss eine Unterbrechungsmeldung mit Meldegrund 51 an die zuständige Krankenkasse abgegeben werden\.

    Mehr erfahren

    • Mehr Informationen zum Thema Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall findest Du in unserem Helpcenter Artikel\.
    • Mehr Informationen zum Thema elektronische Arbeitsunfähigkeit findest Du in unserem Helpcenter Artikel\.

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